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1. Hanf, die älteste Kulturpflanze der Welt

Hanf ist vermutlich in Zentralasien beheimatet und fand seine Verbreitung über die antiken Hochkulturen Indiens und des heutigen Iraks hinaus in alle Welt. Hanf war zusammen mit Flachs die wichtigsten Faserpflanzen Europas und stellt im 19. und 20. Jahrhundert eines der wichtigsten, legalen und internationalen Handelsgüter dar.  Das Stroh ist ein wichtiger Rohstoff für Bau- und Bekleidungsindustrie. So wurden die Original-Jeans aus dem besonders nahezu unverwüstlichen Hanfstoffen genäht. Die Hanffasern wurden u. a. zu  Stricken und Seilen verarbeitet, wodurch die Segelschiffart erst ermöglicht wurde. Wäre Amerika heute schon entdeckt, wenn es damals die Hanfseile und Segeltücher gegeben hätte? Auch der hohe gesundheitliche Wert wurde schon vor Jahrtausenden erkannt: so fand man Hanfkörner als Grabbeigabe in alten Gräbern Japans, wo der Hanf heute noch den Ruf hat, ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen. Hanf wird in alten Schriften, als Heilmittel gegen Rheuma und Malaria empfohlen. Vor  1920 enthielten 80 % aller Heilmittel einer Apotheke Hanf. Warum ist diese natürliche und wertvolle Medizin in Vergessenheit geraten? Im Zuge der Entwicklung von pharmazeutischen Medikamenten und der Entwicklung von Kunstfasern wurde Hanf als „Marihuana“ tabuisiert und verboten.

1.1 Industriehanf und Marihuana  

Die berauschende Wirkung von Hanf ist auf seinen THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) zurück zu führen. Um nun trotzdem die Vorteile des Hanfs nutzen zu können wurden Sorten gezüchtet, deren THC-Gehalt ≤ 0,2 % liegt. Diese Sorten wurden unter dem Sammelbegriff „Industriehanf“ 1996 in Deutschland und der EU unter strenger Kontrolle wieder zugelassen.  Hanf der wegen seiner berauschenden Wirkung angebaut wird liegt in seinem THC-Gehalt zwischen 8 und 18 %, während es mittlerweile auch Medizinalhanf  mit einem THC-Gehalt um ca. 6 % gibt. Achtung: Derzeit ist es in der BRD nur Schmerzpatienten erlaubt, die letzteren beiden Sorten zu besitzen, anzubauen und zu konsumieren.

1.2 Industriehanf ein nachwachsender Rohstoff mit Zukunft

Seit seiner Wiedereinführung als „Industriehanf“  wachsen die Anbauflächen von Hanf in der EU jährlich. Hier eine Grafik des Nova-Instituts:

Statistik Hanf Anbau

Anbauentwicklung in Europa

Die landwirtschaftliche Bedeutung von Hanf liegt zum einen darin, dass er in einer Vegitationszeit von nur 100 Tagen eine gewaltige Biomasse produziert. Durch dieses schnelle Wachstum beschattet er in Kürze die Böden, wodurch das Unkraut unterdrückt und der Einsatz von Herbiziden unnötig wird. Auch Pestiziden können vermieden werden, da sich der Hanf durch seine Duftstoffe selbst schützt. Er ist ein Tiefwurzler, reichert den Ackerboden mit sonst ungenutzten, tieferliegenden Mineralien an, wodurch die Böden für die Nachfrucht besonders ertragreich werden.
1.2.1.   Ursprungsländer
In Ungarn ist der Hanf seit vielen Jahrhunderten beheimatet. Zum einen sind es die besonders humusreichen Böden und zum andern die idealen Witterungsbedingen unter denen der Hanf dort wächst. Hinzu kommt noch die lange Tradition züchterischer Erfahrung, die die geschätzten Sorten wie KC-Dora, Antal, Tiborszallasi, Virtusz und Kompolti hervor gebracht haben. Diese zeichnen sich durch einen relativ hohen CBD-Gehalt und zugleich einen niederen THC-Gehalt aus, was gerade für die Extraktion bedeutend ist und Extrakte mit hohem CBD-Gehalt ermöglicht.
1.2.2.   Weitere wichtige Anbaugebiete sind Rumänien, Bulgarien, Litauen und Lettland.
1.2.3.   Gerade weil Hanf während der Reifephase mit wenig Wasser auskommt werden auch in Spanien hochwertige Hanfblüten produziert.

Hanf - Bild - Blüte

2.0 Hanfstroh als Rohstoff

Das Hanfstroh wird zum Teil als Ganzes in der Bauindustrie, meist jedoch getrennt in seine beiden Hauptkomponenten, den Fasern und Schäben weiter verarbeitet. Die Fasern, die sich auf der Oberseite des Stängels befinden werden dazu von den Schäben, den luftigen, porösen Bestandteile in der Mitte der Halme getrennt.

Hanfstängel

Die Stängel sind meist 1 – 3 cm dick und außen von einer sehr reißfesten Faserschicht umgeben.

Hanf - Stängel gequetscht und gebrochen

Hier sind die Stängel gebrochen, gequetscht, so dass die steifen Schäben Großteils ausfallen


Hanf in der Bauwirtschaft
In der Bau- und Holzindustrie werden die Fasern, Schäben und auch ganze Halme auf diverse Weise verarbeitet.

Zum einen werden Sie zur Stabilisierung von Ton oder Mörtel verwendet, entweder in Form von vorgefertigten Ziegeln oder sie werden direkt in Schalungen gefüllt und mit Mörtel aufgegossen. Zum anderen wird Hanf auch als Isoliermaterial in Form von gewebten Matten und als Schüttgut verwendet.
Als Holzersatz wird es zu Verbundholz und  Platten verarbeitet. Gegenüber von Holz hat es eine wesentlich kürzere Wachstumsperiode und ist somit als nachwachsender Rohstoff fast unbegrenzt verfügbar.
Die Hanffaser als textiler Rohstoff
Traditionell wurde das Hanfstroh in Wasser eingeweicht, man spricht dabei von der Wasserröste, wodurch sich über mehrere Tage und Wochen, viele Bestandteile des Strohs abgebaut wurden und somit die beständige Hanffaser für die weitere Bearbeitung frei wurde.
Die Hanffaser wird dann gebürstet, gekämmt und zu Garnen und Seilen versponnen. Das Karpatenbecken, die Regionen Ungarns, Rumäniens und Bulgariens waren im 19. und angehenden 20. Jahrhundert für diese Rohstoffe weltweit bekannt. Aus diesen Garnen wurden auch Stoffe gewebt, die wegen ihrer großen Strapazierfähigkeit für Segeltücher und Jeans weiter verarbeitet wurden.

Foto Jeans und Socken aus www.hempage.com

Mit der heutigen Technologie kann Hanf auch zu feinen, weichen Materialien verarbeitet werden, wie z. B. zu weichen Hanfsocken, die durch ihre hohe Saugfähigkeit und ihre bakterizide Nebenwirkung einen hohen Tragekomfort garantieren.
Weiter Einsatzmöglichkeiten
Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten finden sich im Zusatz zu hochwertigen Papieren. In Kombination mit moderner Biotechnologie wird Hanf auch polymerisiert und es entstehen sogenannte bio-basierte Kunststoffe und Biokomposite, näheres unter www.bio-based.eu . Diese können ähnlich wie Kunststoffe eingesetzt werden und finden u. a. Einsatz in der Autoindustrie zur Stabilisierung von Karosserieteilen.

3. Verwendung von Hanfsamen in der Ernährung

Hanfsamen haben keine bewußtseinsverändernden Wirkungen, denn Sie enthalten kein THC. Sie gehören zweifelsfrei zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten. Die Fett-Experten Dr. Ulrich Strunz und Andreas Jopp schreiben: „… für die richtige Balance der Gewebehormone sollen Omega-6-Fette und Omega-3-Fette im Verhältnis 3:1 zugeführt werden. Wir bekommen aber 20 x mehr Omega-6 Fette. Hanföl gehört deshalb zu den Top-Omega-3-Lieferanten“ 15 – 20 g ( 1 EL) genügen um den Tagesbedarf eines Menschen zu decken. Alpha-Linolensäure hat als Omega-3-Fettsaure mit Fischöl vergleichbare Wirkung und kann daher bei Herzkreislauferkrankungen und chronischen Entzündungen therapeutisch eingesetzt werden.

Hanföl - Produktion Hanföl - Flasche abgefüllt


Wegen seines  Gamma-Linolensäuregehaltes hat es auch positive Auswirkungen auf Neurodermitis, das prämenstruelle Syndrom, die rheumatoide Arthritis und die diabetische Neuropathie, um nur die wichtigsten Anwendungsgebiete zu nennen.


Der bei kalter Ölpressung gewonnene Presskuchen enthält bis zu 30 % hochwertiges Eiweiß, das sich besonders durch eine Vielzahl essentieller Aminosäuren, Mineralien und Spurenelementen auszeichnet. Dieser Presskuchen wird zu Mehl und Puder vermahlen und ist gerade für Vegetarier und Hochleistungssportler eine wertvolle Eiweißergänzung.
Zum anderen können auch ganze Samenkörner, geschält oder ungeschält, in diversen Lebensmitteln zur ernährungsphysiologischen Aufwertung eingearbeitet werden, so zum Beispiel in Teigwaren, Mus, Konfitüre, Desserts und als Topping für knackige Salate.
Hanfblüten werden unter anderen alleine wegen ihres Duftes und Aromas als Tees oder Parfums verwendet.

4. Verwendung von Hanfblüten und CBD

Die Hanfblüten enthalten eine sehr bedeutsame Wirkstoffgruppe, genannt Cannabinoide weil sie für den Hanf (Cannabis) sehr charakteristisch sind. Das bekannteste Cannabinoid ist wohl das THC (Tetrahydrocannabinol), das wegen seiner berauschenden, bewußtseinsverändernden Wirkung sehr in Verruf geraten ist. Wie schon erwähnt, wurde der Gehalt bei den zugelassenen Industriehanfsorten auf ≤ 0,2 % gezüchtet, während Drogenhanf einen Gehalt von 8 – 18 % aufweist. Neuere Züchtungen für medizinische Zwecke liegen bei einem THC-Gehalt um die 6 %, jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis mit CBD (Cannabidiol), das die berauschende Wirkung eher wieder minimiert. Das zweit häufigste, seit Jahrzehnten untersuchte Cannabinoid ist das CBD (Cannabidiol) welches in den Blüten des Industriehanfs in einer Konzentration von 0,5 – 2,5 % vorkommt. Dies wird in einem aufwendigen Verfahren geerntet, extrahiert und ist in Konzentrationen von 1 – 20 % im Handel erhältlich. Dieses CBD ist 100 % legal und offiziell am Markt erhältlich.
Insgesamt sind über 200 Cannabinoide bekannt. Die Wichtigsten darunter sind  THC (Tetrahydrocannabinol), CBD (Cannabidiol), Cannabichromen (CBC), Cannabigerol (CBG) und Tetrahydrocannabivarin (THCV).